Oberflächenbehandlung — astkern Lexikon
Die Oberflächenbehandlung entscheidet darüber, wie sich Holz anfühlt, wie es aussieht und wie lange es hält. Bei astkern setzen wir auf Öl statt Lack — für Oberflächen, die atmen und leben dürfen.
Öl vs. Lack
Es gibt zwei grundsätzliche Wege, Holz zu schützen: Versiegeln (Lack, Wachs) oder Imprägnieren (Öl). Lack bildet einen Film auf der Oberfläche, der das Holz vor Feuchtigkeit und Flecken schützt — aber auch die Haptik verändert. Lackiertes Holz fühlt sich glatt und kühl an, fast wie Kunststoff. Geöltes Holz dagegen behält seine natürliche Wärme und Rauigkeit. Das Öl dringt in die Poren ein, schützt von innen und lässt die Oberfläche „atmen". Das Holz kann weiterhin Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben — ein natürlicher Regulierungsprozess, der für ein gesundes Raumklima sorgt. Ein weiterer Vorteil: Geölte Oberflächen lassen sich punktuell reparieren. Bei Kratzern einfach anschleifen und nachölen — bei Lack müsste die gesamte Fläche neu lackiert werden. Deshalb setzen wir bei astkern konsequent auf Öl.
Hartöl und Leinöl
Bei astkern verwenden wir Hartöl für die werksseitige Behandlung unserer Produkte. Hartöl ist ein speziell zusammengesetztes Holzöl, das tief ins Holz eindringt und dort aushärtet. Es bildet keine Schicht auf der Oberfläche, macht das Holz aber wasser- und schmutzabweisend. Die Maserung wird durch das Öl intensiver sichtbar — die Kontraste zwischen Früh- und Spätholz treten deutlicher hervor. Für die Nachpflege zu Hause empfehlen wir das OLI-NATURA Leinöl-Firnis: Es ist lebensmittelecht, rein biologisch und einfach aufzutragen. Leinöl ist eines der ältesten Holzschutzmittel der Welt — schon die alten Ägypter nutzten es. Firnis bedeutet, dass das Leinöl mit natürlichen Trocknungsbeschleunigern versetzt ist, sodass es innerhalb von 24 Stunden durchhärtet.
Der Prozess bei astkern
In unserer Werkstatt folgt die Oberflächenbehandlung einem festen Ablauf. Nach der CNC-Fräsung wird jedes Stück zunächst maschinell vorgeschliffen (Körnung 120), dann von Hand feingeschliffen (Körnung 180–240). Das Schleifen öffnet die Poren und bereitet das Holz auf die Ölaufnahme vor. Dann wird das Hartöl großzügig aufgetragen und 20–30 Minuten zum Einziehen belassen. Überschüssiges Öl wird mit fusselfreien Tüchern abgenommen. Nach der Trocknung (mindestens 24 Stunden) folgt bei Bedarf ein zweiter Durchgang — besonders bei offenporigem Holz wie Eiche, das viel Öl aufnimmt. Das Ergebnis ist eine samtige, warme Oberfläche, die sich nach Holz anfühlt, nicht nach Plastik. Produkte mit Lasergravur werden nach dem Ölen graviert — so hebt sich die helle Gravur schön vom dunkleren, geölten Holz ab.
Häufige Fragen
Muss ich astkern-Produkte nachölen?
Alle astkern-Produkte werden werksseitig mit Hartöl behandelt und sind sofort einsatzbereit. Ein Nachölen empfehlen wir ein- bis zweimal im Jahr — besonders bei intensiv genutzten Produkten wie Brotzeitbrettern oder Deckplatten. Dafür eignet sich das OLI-NATURA Leinöl-Firnis hervorragend.
Warum keinen Lack?
Lack bildet einen Kunststofffilm auf dem Holz, der die natürliche Haptik zerstört. Geöltes Holz fühlt sich warm und lebendig an. Außerdem lässt sich Öl punktuell auffrischen, während Lack bei Beschädigungen komplett abgeschliffen und neu aufgetragen werden muss. Wir wollen, dass unsere Kunden echtes Holz spüren — nicht Lack.
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